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* '''Medizinische Anwendungssysteme:''' Unter dem Begriff „medizinische Anwendungssys-teme“ werden hier Systeme zur elektronischen Informationsverarbeitung zusammenge-fasst, die Personen unterstützen, die medizinische Aufgaben im Rahmen der Krankenver-sorgung beteiligten durchführen. Beispiele: Labor-Informationssysteme (LIS), Kranken-haus-Informationssysteme (KIS). <br/>
:In diesem Leitfaden sind damit im Speziellen Labor-Informationssysteme (LIS), aber auch Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) gemeint, die medizinische Laborbefunde nach den Regelwerken der Generierung von CDA-Dokumenten für die ELGA bereitstellen.
* '''Terminologieserver:''' Ein Server, der Terminologien und Value Sets in standardisierter Form aktuell verfügbar macht. Der Terminologieserver ist eine Komponente der österrei-chischen e-Health Infrastruktur<sup>3</sup> (https://termpub.gesundheit.gv.at/).
* '''UCUM:''' Unified Code for Units of Measure ist eine regelbasierte Vereinheitlichung der Schreibung von Maßeinheiten.
* '''Value Set:''' Ein “Value Set” oder eine “Wertemenge” ist eine eindeutig identifizierbare und versionierte Sicht auf eine oder mehrere Terminologien. Ein Value Set enthält den Code selbst und die Information über die Herkunft des Codes (die Source-Terminologie). Die Werte werden anwendungsabhängig als strukturierte Ausprägungen von Merkmalen ver-wendet, z.B. für die strukturierte Dokumentation, zur Speicherung in Datenbanken oder zur standardisierten Kommunikation.
<sup>3 Der Terminologieserver soll den Stakeholdern des österreichischen Gesundheitswesens die Möglichkeit bieten, eigene Terminologien über das Internet öffentlich zur Verfügung zu stellen, sowie Terminologie-Recherche und Ter-minologie-Download ermöglichen. Er unterstützt sowohl redaktionelle Arbeiten als auch die Übersetzung und Versio-nierung von Terminologien. Er hilft einheitliche, eindeutige und geprüfte Terminologien zu verwenden. Primärsyste-me können ihre lokalen Terminologien via Webservices synchronisieren und pflegen, die Nutzer können auf Termi-nologien auch über eine Weboberfläche zugreifen. Die Daten enthalten neben fachlichen Erläuterungen auch Meta-Informationen (z.B. die Quelle oder Nutzungs- bzw. Lizenzinformationen). Angemeldeten Benutzern stehen Kollabora-tionsfunktionen zur Verfügung, sie können aktiv an der redaktionellen Arbeit und somit an der Terminologie-Entwicklung teilnehmen</sup>
==Das LOINC®-Modell==
Die Basis des Value Sets ELGA_LaborParameter stellt das LOINC®-Modell („Logical Obser-vation Identifiers Names and Codes“) dar, das vom Regenstrief Institute, Inc. (Indianapolis, USA) herausgegeben und gemeinsam mit dem LOINC Committee gepflegt wird.
Beim LOINC®-Modell handelt es sich um ein Verfahren zur standardisierten Spezifizierung von medizinischen Untersuchungen im Allgemeinen und Laborleistungen oder Labormess-größen im Speziellen entsprechend der folgenden sechs Grundbestandteile oder “semanti-schen Achsen“ der Klassifikation:
# Name der Komponente bzw. Laborleistung/Labormessgröße („Component“)
# Untersuchte Eigenschaft der Laborleistung/Labormessgröße („Property“, z.B. Masse, Volumen, Konzentration.
# Zeitangaben („Time Aspect“) bzgl. der Materialgewinnung (z.B. Zeitpunkt, Dauer)
# Untersuchungsmaterial bzw. Art der Probe („System“, z.B. Serum, Plasma, Urin)
# Mess-Skala („Scale Type“, z.B. qualitativ oder quantitativ)
# Untersuchungsmethode („Method Type“), falls erforderlich
Ein „vollständig spezifizierter“ LOINC-Name enthält zumindest die ersten 5 Grundbestandteile, die Angabe der Untersuchungsmethode ist fakultativ. Das Trennzeichen zwischen den Grundbestandteilen ist ein Doppelpunkt („:“).
Beispiele für vollständig spezifizierte LOINC-Namen:
* Sodium:SCnc:Pt:Ser/Plas:Qn
* Sodium:SRat:24H:Urine:Qn
* Creatinine renal clearance:VRat:24H:Ur+Ser/Plas:Qn
* Glucose:ACnc:Pt:Urine:Ord:Test strip
Jedem LOINC wird ein eindeutiger Identifikator („LOINC® Code Identifier“ bzw. „LOINC®-Code“) permanent zugeordnet. Die Codes sind numerisch, werden fortlaufend in aufsteigen-der Reihe vergeben und eine Prüfziffer als letztes Zeichen. Ein Beispiel für einen LOINC-Code :
* 5792-7 (für Glucose:ACnc:Pt:Urine:Ord:Test strip)
Alle LOINC sind in Form einer allgemein verfügbaren Datenbank erfasst, wobei vom Regens-trief Institute regelmäßig Aktualisierungen publiziert werden.
In Bezug auf Laborleistungen/Labormessgrößen existieren innerhalb des LOINC®-Modells aber auch zusätzliche Attribute zur weiterführenden Beschreibung jedes Datensatzes, wobei v.a. die folgenden Attribute hier erwähnt werden sollen:
* Bereich („Class“), eine willkürliche Klassifizierung zur Gruppierung
* Beispiel-Einheit („Example UCUM Unit“), z.B. mg, %, mmol/L
* Status des Eintrags („Status“), z.B. „Active“.
Im Verlauf des bereits seit 20 Jahren bestehenden LOINC®-Projektes wurden neben der Er-fassung von Laborleistungen sowie Labormessgrößen auch andere, z.T. klinische Parameter mit Hilfe des LOINC®-Modells kategorisiert. Aus diesem Grund ist jeder Datensatz der LOINC®-Datenbank auch einem der folgenden vier Klassentypen („Classtype“) zugeordnet:
# Labor („Lab“),
# Klinisches („Clinical“),
# Anhänge („Attachments“) sowie
# Dokumentation („Survey“).
===LOINC-Namen===
Im LOINC werden neben dem „vollständig spezifizierten“ LOINC-Namen noch eine lesbare, beschreibende Langbezeichnung („Long Common Name“) und eine Kurzbezeichnung („Shortname“) für die Darstellung bei beschränktem Platz geführt.
Die Sprache des LOINC ist grundsätzlich Englisch. Es existieren aber auch Übersetzungen (u.a. Deutsch), die sich in erster Linie aber nur auf die Bezeichnung der Laborleistun-gen/Labormessgrößen („Component“) beziehen.
Hier ein Beispiel für den LOINC Code 806-0:
* Fully-Specified Name (FSN):
: Leukocytes: NCnc: Pt: CSF: Qn: Manual count
* Long Common Name (LCN):
: Leukocytes [#/volume] in Cerebral spinal fluid by manual count
* Short Name:
: WBC # CSF manual