ICPC-2

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ICPC-2 (1.2.40.0.34.5.175)

ICPC-2 (International Classification of Primary Care) wurde im Zuge der Zielsteuerung Gesundheit und zuletzt in der Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens von 17.07.2017 als Codierung für Primärversorgung festgelegt.

Quelle: Primärversorgung [1] abgerufen am 19.09.2019

Kurzbeschreibung

Die internationale Organisation der Allgemeinmediziner (World Organization of National Colleges, Academies and Academic Associations of General Practitioners/ Family Physicans/ WONCA) ist für die Entwicklung und die Herausgabe des "International Classification of Primary Care, Second Edition (ICPC-2)" verantwortlich. Dieser Katalog wird speziell in den Bereichen Allgemeinmedizin und Primärversorgung für die Dokumentation verwendet. Er lässt sich in der Diagnosedokumentation auf den Diagnoseschlüssel ICD-10 überleiten.

In die Primärversorgung beziehungsweise die Hausarztpraxis als erste Kontaktstelle kommen die Patienten oft mit unspezifischen Beschwerden, Ängsten und Fragen. Viele Beratungsanlässe erreichen nie den Status einer Diagnose. Ein nicht unerheblicher Teil der Hausarztmedizin ist es, nach dem Ausschluss eines abwendbar gefährlichen Verlaufs abwartend offenzulassen, ob eine abschließende Diagnose überhaupt erforderlich ist. Oft klingen die Beschwerden auf unspezifische Maßnahmen ab, ohne den Einsatz zum Teil belastender Untersuchungen. Hausarztmedizin ist primär nicht diagnose-, sondern eher symptomorientiert, zum Teil auch deswegen, weil am Beginn einer Erkrankung die Symptome vielschichtig und mehrdeutig sein können. Das Stellen einer Diagnose ist in frühen Stadien oft noch gar nicht möglich.

Dies alles kann mit ICPC-2 darstellen. Sie ist an die Arbeitswelt angepasst und spiegelt die Realität besser als andere Klassifizierungen. Sie bietet auch die Möglichkeit, das ganze Spektrum der Tätigkeiten eines Hausarztes abzubilden, das Ausmaß der Filterfunktion zu dokumentieren. Der Stellenwert der Primärversorgung und mit ihr der Hausarztmedizin könnte mit diesem Hilfsmittel besser dargestellt werden.

Quelle: Primärversorgung [2] abgerufen am 19.09.2019

Terminologie Provider

Das für Gesundheit verantwortliche Bundesministerium

Inhaltsverwalter am österreichischen e-Health Terminologieserver

ELGA GmbH

Struktur

Um den Katalog ICPC-2 in eine einheitliche Form bringen zu können, mussten einige Informationen in eine Spalte zusammengefasst werden. Im Codesystem ICPC-2 wurden daher die Informationen „Inklusive“, „Exklusive“ und „Kriterien“ aus der Originaltabelle am Terminologieserver unter „Beschreibung“ zusammengefasst. Auch die Spalten „Beachte“ und „Hinweise“ sind nun in einer Spalte „Hinweise“ ersichtlich. Zur leichteren Trennung der ursprünglichen einzelnen Felder wurden folgende Sonderzeichen eingesetzt:

  • ~ dient zur Trennung von Attributen in einem Feld (wie ein Beistrich bei einer Aufzählung)
    • Beispiel: Inklusive: Schüttelfrost~ kalter Schauer
  • ^ dient zur Trennung der einzelnen Felder (diese Felder waren ursprünglich in einzelnen Spalten getrennt)
    • Beispiel: Inklusive: Schüttelfrost~ kalte Schauer^ Exklusive: Fieber A03

Des Weiteren wurde das Mapping zu dem ICD-10 Code (Version 2017) in diesem CodeSystem berücksichtigt. Unter der Spalte Relationship sind die ICD-10 Codes zu den einzelnen ICPC2 Codes aufgelistet. Auch hier finden Sie wieder das Sonderzeichen ~ zur Trennung der Attribute im Feld.

Im ICPC-2 Katalog werden einige Abkürzungen verwendet.

Abkürzung Bedeutung
ADD attention deficit disorder
BSG Blutsenkung
BSR Blutsenkungsreaktion
CAL chronic airways Limitation
COOP/ WANCA Charts Tafel zu Beurteilung des Allgemeinzustandes
COP kryptogen organisierende Pneumonie
EEG Elektroenzephalografie
EKG Elektrokardiographie
ICD International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems
ICPC International Classification of Primary Care
mmHg Millimeter Quecksilbersäule
NAK Nicht anderweitig klassifiziert
NB Nota bene, lateinisch für "Hinweis, Achtung"
NNB Nicht näher beschrieben/ noch nicht bekannt
P-R Intervall Intervall vom Beginn der P-Welle bis zum Beginn des QRS-Komplexes messen
Q-Zacke erste Zacke des QRS-Komplexes im Elektrokardiogramm
ST-T-Veränderung Kurvenabschnitt des Elektrokardiogramms

Releasezyklus

Die Wartung des Katalogs ICPC-2 findet jährlich gemeinsam mit der Wartung des LKF-Modells statt - für die Wartung der beiden Kataloge ist das Bundesministerium für Gesundheit verantwortlich.